Dein Ball geht ins Netz

Aktualisiert: Juni 2

Corona aktiv meistern. Geht das?


Es gibt sie nicht mehr, die Säbelzahn-Tiger. Seit Millionen von Jahren sind sie ausgestorben. Die wenigen Tiere in Wald und Flur stellen keine Bedrohung für Menschen dar. Spaziergänger, Jogger, Reiter und Radfahrer - allesamt unbewaffnet – genießen die erwachende grüne Natur, frei von Angst und Bedrohung durch auflauernde Raubtiere.


Die angeborene Kampf- oder Flucht-Reaktion ist ein Terminus aus der Stressbewältigung (im Englischen "Fight or Flight"). Befindet sich der Mensch in einer lebensgefährlichen Situation, veranlasst das Gehirn eine schlagartige Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin, als Anpassungsleistung an den Ausnahmezustand – im obigen Beispiel: das plötzliche Auftauchen eines "Säbelzahntigers". Die damit verbundenen biochemischen Abläufe im Körper signalisieren uns: „Achtung! Da passiert gleich was. Homo, sei wachsam“. Das physiologische System läuft auf Hochtouren, nicht nur die Stresshormone feiern Party, auch Atemfrequenz und Herzvolumen verändern sich. In Teilen von Sekunden entscheidet das Gehirn, ob es zum Angriff zwingt oder ob es für das eigene Überleben sicherer ist, sich panikartig in die Flucht zu schlagen.


Diese Reaktion auf Stress läuft seit Urzeiten unverändert ab und ist in unserem täglichen Leben integriert. Wir sind immer noch dieser Urmensch und fliegen gleichzeitig zur ISS. Was sich verändert hat, sind die Auslöser, unsere modernen Stressoren wie die Suche nach dem Parkplatz, eine Auseinandersetzung mit dem Partner, das ewige Sitzen im Home Office, die Kinder, die ewige Isolation, die Maske etc. – all das fährt das körperliche System hoch und versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Auch die Covid-Restriktionen lösen diesen Zustand aus und signalisieren unentwegt: Achtung! Das Virus könnte Dich angreifen. Paß auf! Geh nicht zu nah ran ...


Die Kampf- oder Flucht-Reaktion kann in Corona Zeiten nicht stattfinden. Es gibt keine Entlastung, nur Dauerstress. Wir müssen die Situation aussitzen, wie die Häftlinge im Gefängnis? Sie können weder angreifen, noch fliehen .... manchmal klappt‘s doch.


Wie geht unser Biocomputer mit dieser Stagnation um? Er signalisiert Unzufriedenheit und Spannung, kein schönes Gefühl. Sich mit anderweitigen Tätigkeiten oder Alkohol abzulenken, funktioniert gut, aber nur für eine begrenzte Zeit. Dann stellt sich der Frust wieder ein.


Eine weitere Möglichkeit, die sehr effektiv ist, sieht folgendermaßen aus: ich drehe an meinen inneren unsichtbaren Stellschrauben. Diese haben ihre eigene Dynamik, aber die Wirkung kann verblüffend sein. Der Begriff „Mentaltraining“ würde hier gut passen. Beispiel: Ein Sportler, der seinen Körper trainiert, um damit Höchstleistungen zu vollbringen, mag gute Gewinnchancen haben. Um auf Sieg zu setzen, reicht ein Muskeltraining nicht aus. Er muß den Sieg bereits verinnerlicht haben. Er muß bereits vorab sehen, erleben, schmecken, riechen, hören können, wie es sich anfühlt auf dem Siegerpodest zu stehen und die Nationalhymne wird abgespielt. Tausende jubeln ihm zu. Wie ein Gedankenfilm mit Bildern. Dieses Drehbuch wird bereits lange Zeit vor dem Wettkampf von ihm selbst und vom Trainer geschrieben.


Ein Basketballspieler übt es ein und sieht nur noch: Der Ball geht ins Netz. Immer wieder. Er lenkt seinen Fokus auf das, was stattfinden soll.

Was können wir diesem Beispiel für unseren Alltag entnehmen? Hier noch einige Fragen: Worauf lenkst Du Deinen Fokus, wenn Du morgens aufstehst? Wenn Du Dich mit Deinen Kindern beschäftigst, wenn Du kochst, im Zimmer sitzt, wenn Du Deine alltägliche Arbeit verrichtest. Nimm Dir mehrmals am Tag 10 Sekunden und konzentriere Dich auf das, was Du in Deinem Leben haben willst: Einen guten Morgen, lachende Kinder, innere Freude, ein köstliches Gericht, Lebensfreude und Leistungskraft und sehe Dich in dieser neuen Version. Kannst Du dieses Bild für 10 Sekunden halten? Kannst Du für 10 Sekunden spüren wie das ist, wenn „Dein Ball ins Netz“ geht, wenn Du frei bist von dem, was Dich nervt und plagt? Du spürst, siehst, erlebst Dein neues Wesen, Dein Umfeld ... Du bist plötzlich in einem neuen Film. Und ganz wichtig - nicht nur für den Leistungssportler - Übung macht den Meister und die Meisterin. Gesundheit und Glück beginnen im Kopf. Fang jetzt an, probiere es für Dich aus, erfahre es am eigenen Leib, was diese Übung mit Deinem Geist und mit Deinem Körper macht. Übe es immer wieder bis Du merkst, dieser Film ist kein Film mehr, er ist Realität geworden. Deine Aufmerksamkeit beeinflußt die Kraft Deines Körpers und Dein Wohlbefinden. Das Siegerpodest befindet sich direkt unter Deinen Füßen. Du musst nicht warten bis die Tür Deiner Zelle geöffnet wird, Du kannst diese Zeit jetzt nutzen und Deine große geistige Kraft in die von Dir gewünschte Richtung lenken. Also: Zieh Dein Ding durch und lass Dich nicht vom Weg abführen!