Der Rattenfänger von Hameln

Aktualisiert: Sept 22


Die Stadt Hameln litt im Mittelalter unter einer großen Rattenplage. Es waren keine gewöhnlichen Ratten. Sie waren groß und schwarz und rannten sogar tagsüber in den Gassen und Häusern herum. Auch die sorgfältig verstauten Vorräte der Einwohner fielen den gefräßigen Ratten zum Opfer. Wenn die Stadtleute morgens aufstanden und sich anziehen wollten, fanden sie die Ratten in ihren Hosen, in den Unterröcken, in Taschen und Stiefeln. Des Nachts waren sie nicht nur unter den Betten, sondern auch unter den Betttüchern. Die Menschen in Hameln waren verzweifelt. Weder Katzen, noch Hunde, weder Gift noch Fallen, Gebete oder Kerzen konnten die Ratten töten.


In dieser großen Not tauchte ein wunderlich gekleideter fremder Mann auf. Er hatte eine Flöte bei sich und stellte sich den Stadtleuten als Rattenfänger vor.


Hier kannst Du die Geschichte lesen:


http://www.maerchenstern.de/maerchen/rattenfaenger-von-hameln.php


Seinen Flötentönen konnte keine Ratte widerstehen und er führte sie allesamt aus der Stadt hinaus. Leider blieb der versprochene Lohn vom Bürgermeister aus. Das ärgerte den Flötenspieler. Vielleicht kehrte er deshalb eines Tages zurück und flötet in den wunderschönsten Tönen. Die Menschen sind gebannt von seinem Spiel und folgen ihm hinaus aus der Sicherheit der Stadt, hinein in die Unsicherheit einer Verlockung. Aber die Menschen gehen nicht hinaus, weil sie ein Stück Unabhängigkeit und Freiheit ausprobieren wollen, sondern weil sie einem Versprechen folgen. Sie haben sich dem Rattenfänger angeschlossen. Er ist jetzt ihr Meister. Er hat sie mit seiner Melodie umworben und sie sind ihm auf den Leim gegangen. Hinter dieser Gechichte steckt ein Motiv, mit dem der Rattenfänger den Leser packt. Er verspricht Dir, dass er Dich aus Deinem Problem herausführen wird. Die ganze Werbeindustrie lebt davon. Du folgst blind einer Idee und weißt gar nicht, wohin das führt. Aber folgst Du diesem Flötenspiel, so wird Dir geholfen werden. Du wirst jung, schön und reich werden und hast jetzt einen großen Namen und ein großes Auto. Jeder kennt Dich.


„Die Kunst, die Einbildungskraft der Massen zu erregen, ist die Kunst, sie zu regieren.“ schrieb der französische Menschenkenner Gustave le Bon in seinem Buch „Psychologie der Massen“.


Wer regiert Dich? Du selbst oder der Werbespot, die Nachrichten, der Alkohol, die Schwiegermutter, Dein Wunschtraum oder dein Widerstand gegen das Neue und Unbekannte.


Achtung! Folge nicht den hohlen Versprechungen, die Dir wie baumelnde Karotten vor die Nase gehalten werden. Finde selbst heraus, was Dein Leben lebenswert macht, was Dir Freude bereitet. Verlass Deine bequeme Straße oder Deinen Komfort-Sessel. Das mag anstrengender sein als blindlings einem schönen Flötenspiel zu folgen, aber es ist ein Weg selbst zum Anführer des eigenen Lebens zu werden. Du bestimmst, wo es lang geht. Nutze die Erkenntnis dieser Geschichte für Dein Leben und zu Deinem Vorteil aus. Fang an und denke darüber nach wie Du Deinem Leben Sinn und Ordnung geben kannst.